KI‑Kompass
Kompass

Werkzeuge auswählen

Vom Vorgang zum Werkzeug statt umgekehrt: welche Fragen die Auswahl bestimmen und welche Kriterien in der Praxis den Ausschlag geben.

·2 Min. Lesezeit·Von Redaktion KI-Kompass
DETAILGRAD
2 Abschnitte

Die Reihenfolge

  1. 01

    Vorgang benennen

    Häufig, prüfbar, mit Vergleichswert. Ohne diesen Schritt fehlt jedes Kriterium.

  2. 02

    Anforderungen ableiten

    Welche Datenarten, welche Anbindung, welche Ausgabeform, welche Prüfschritte.

  3. 03

    Zwei bis drei Kandidaten prüfen

    Am eigenen Eval-Set, nicht an einer Vorführung.

  4. 04

    Vertrag und Ausstieg klären

    Bevor entschieden wird, nicht nach der Einführung.

Die Kriterien, geordnet nach Gewicht

KriteriumWarum es zählt
Passung zum VorgangEin Werkzeug ohne Vorgang wird nicht benutzt
DatenverarbeitungAV-Vertrag, Standorte, Unterauftragnehmer, Trainingsausschluss
Anbindung an eigene QuellenOhne Abruf keine belegbaren Antworten
Rechte und MandantentrennungWer sieht was, technisch durchgesetzt
ProtokollierungWas das Werkzeug selbst mitschreibt und exportiert
AusgabeformStrukturierte Ausgabe, sobald weiterverarbeitet wird
ModellwechselWird angekündigt, oder passiert er still
AusstiegExport der eigenen Inhalte, Frist, Format
PreisZuletzt, weil er ohne die Punkte davor bedeutungslos ist

Was in die Ausschreibung gehört

  • Verarbeitungsorte und vollständige Unterauftragnehmerliste, mit Änderungsanzeige.
  • Ausschluss der Nutzung von Ein- und Ausgaben zu Trainingszwecken, technisch belegt.
  • Ankündigungspflicht bei Modellwechseln, mit Frist.
  • Angaben zu Genauigkeit, Grenzen und vorhersehbarer Fehlanwendung, bei Hochrisiko als Gebrauchsanweisung.
  • Exportformat und Frist für die eigenen Inhalte nach Vertragsende.
  • Protokolle: was erfasst wird, wie lange, und ob es exportierbar ist.
  • Prüfrechte, die über die Vorlage eines Zertifikats hinausgehen.

Kaufen, bauen oder anbinden

WegWann sinnvollPreis
Fertiges WerkzeugStandardvorgang, kein Sonderbedarfschnell, weniger Kontrolle
Eigene Anwendung auf einer SchnittstelleEigene Daten, eigener Ablaufmittlerer Aufwand, volle Kontrolle über den Ablauf
Lokales ModellDaten dürfen nicht heraushöchster Aufwand, volle Kontrolle

Die mittlere Zeile wird unterschätzt. Eine schlanke eigene Anwendung über eine Schnittstelle ist oft in Tagen gebaut, bindet die eigenen Quellen an und protokolliert genau das, was gebraucht wird.

Der Ausstieg als Kriterium

  • Lassen sich Prompts, Vorlagen und eigene Inhalte exportieren, in einem lesbaren Format?
  • Bleiben Protokolle nach Vertragsende verfügbar, solange die Aufbewahrungsfrist läuft?
  • Gibt es einen geprobten Ausweichpfad, etwa auf ein lokales Modell?
  • Wie lange dauert ein Wechsel realistisch, gemessen und nicht geschätzt?

Der letzte Punkt gehört einmal tatsächlich durchgespielt. Ein Ausweichpfad, der nur auf dem Papier steht, ist im Ernstfall keiner. Siehe Lokale Modelle.

War diese Seite hilfreich?
Werkzeuge auswählen