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Dimensionsreduktion

Aus tausend Spalten zwei machen, ohne das Wesentliche zu verlieren: PCA, UMAP und warum man aus einer schönen Karte wenig ablesen darf.

·2 Min. Lesezeit·Von Fachredaktion Technik
DETAILGRAD
3 Abschnitte

Die Idee

Ein Gegenstand wirft einen Schatten. Der Schatten hat zwei Dimensionen statt drei und ist trotzdem oft erkennbar. Dimensionsreduktion sucht die Richtung, aus der der Schatten am meisten verrät.

Wozu es gut ist

  • Tausend Merkmale auf fünfzig verdichten, damit ein Modell schneller lernt.
  • Einen Datenbestand auf zwei Achsen zeichnen, um überhaupt einen Eindruck zu bekommen.
  • Rauschen entfernen, indem man die schwächsten Richtungen wegwirft.

Wann welches Verfahren

ZweckVerfahrenWarum
Vorverarbeitung für ein ModellPCALinear, schnell, auf neue Daten anwendbar
Rauschen entfernenPCA, Truncated SVDSchwache Richtungen sind meist Rauschen
Darstellung, lokale StrukturUMAPErhält Nachbarschaften gut
Darstellung, kleine Datenmengent-SNETrennt Gruppen deutlich, langsam
Sehr dünn besetzte MatrizenTruncated SVDBraucht die Matrix nicht zu zentrieren
import numpy as np
from sklearn.decomposition import PCA
from sklearn.preprocessing import StandardScaler

rng = np.random.default_rng(0)
X = StandardScaler().fit_transform(rng.normal(size=(2000, 60)))

p = PCA().fit(X)
kum = np.cumsum(p.explained_variance_ratio_)
print("Komponenten fuer 95 % Varianz:", int(np.searchsorted(kum, 0.95) + 1))
# PCA immer auf standardisierten Daten rechnen, sonst bestimmt
# die Spalte mit der groessten Einheit die erste Hauptkomponente.

PCA formal

Hauptkomponentenanalyse

Σ = (1/(n−1)) · XᵀX Σ wₖ = λₖ wₖ erklärte Varianz von k = λₖ / Σⱼ λⱼ

Die Hauptkomponenten sind die Eigenvektoren der Kovarianzmatrix, geordnet nach der Größe ihrer Eigenwerte.

X
die zentrierte Datenmatrix, n mal d
Σ
die Kovarianzmatrix
wₖ
der k-te Eigenvektor, also die k-te Hauptkomponente
λₖ
der zugehörige Eigenwert, die erklärte Varianz

In der Praxis rechnet man die Singulärwertzerlegung X = U S Vᵀ statt der Eigenzerlegung von XᵀX: numerisch stabiler, und V enthält die Hauptkomponenten direkt.

Der Dimensionsfluch, quantifiziert

Für gleichverteilte Punkte im d-dimensionalen Einheitswürfel gilt

Abstandskonzentration

(d_max − d_min) / d_min → 0 für d → ∞

Mit wachsender Dimension nähert sich das Verhältnis von größtem zu kleinstem Abstand der Eins an.

d_max
größter Abstand zu einem zufälligen Punkt
d_min
kleinster Abstand

Bei d = 2 liegt dieses Verhältnis typisch bei mehreren hundert Prozent, bei d = 100 im einstelligen Prozentbereich. Praktische Folge: eine Nächste-Nachbarn-Suche auf rohen hochdimensionalen Merkmalen ist wenig aussagekräftig. Embeddings umgehen das, weil ihre Punkte nicht gleichverteilt sind, sondern auf einer viel niedrigdimensionalen Mannigfaltigkeit liegen.

UMAP-Karten richtig lesen

  • Nachbarschaften sind meist verlässlich, globale Abstände nicht.
  • Die Größe einer Gruppe auf der Karte sagt nichts über ihre Streuung im Original.
  • Zwei Läufe mit anderem Startwert ergeben andere Bilder. Immer mehrere ansehen.
  • Nie auf der Karte clustern und das Ergebnis als Befund melden, im Originalraum clustern und die Karte nur zum Zeigen benutzen.

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