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Multimodale Modelle

Ein Modell für Text, Bild und Ton: wie verschiedene Eingaben in denselben Raum gebracht werden und wo die Genauigkeit dabei leidet.

·2 Min. Lesezeit·Von Fachredaktion Technik
DETAILGRAD
3 Abschnitte

Die Idee

Ein Sprachmodell versteht Token. Wenn man ein Bild ebenfalls in Token übersetzt, kann dasselbe Modell beides gleichzeitig verarbeiten. Genau das tun multimodale Modelle: Ein Bildencoder erzeugt Vektoren, eine kleine Projektion bringt sie in den Raum der Sprachtoken, und von da an ist alles eine Sequenz.

Wozu es gut ist

  • Ein Formular verstehen, ohne es vorher zu strukturieren.
  • Ein Diagramm erklären lassen.
  • Aus einem Foto einer Fehlermeldung eine Anleitung ableiten.
  • Bild und Text gemeinsam bewerten, etwa Produktbild gegen Beschreibung.

Der Aufbau

  1. 01

    Bildencoder

    Ein vortrainierter Bildencoder erzeugt Merkmalsvektoren, meist aus Kacheln des Bildes.

  2. 02

    Projektion

    Eine kleine, trainierte Schicht bringt diese Vektoren in die Dimension des Sprachmodells.

  3. 03

    Einfügen

    Die entstandenen Bildtoken werden an der Stelle in die Sequenz gesetzt, an der das Bild steht.

  4. 04

    Gemeinsame Verarbeitung

    Ab hier gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Bild- und Texttoken.

Die Kostenrechnung

EingabeUngefähre Token
Eine Seite Text500 bis 800
Ein Bild in niedriger Auflösung250 bis 500
Ein Bild in 1024 × 10241.000 bis 1.600
Ein Dokumentenscan in hoher Auflösung2.000 bis 4.000

Ein Stapel von zehn gescannten Seiten kann damit 40.000 Token belegen und mehr kosten als deren Text. Wer nur den Text braucht, fährt mit OCR und anschließender Textverarbeitung deutlich günstiger.

Die Projektion

Bildtoken erzeugen

t_bild = v · W_p , W_p ∈ ℝ^(d_v × d_t)

Die Bildmerkmale werden linear in den Raum der Sprachtoken abgebildet und danach wie Token behandelt.

v
Merkmalsvektoren des Bildencoders, n mal d_v
W_p
die gelernte Projektionsmatrix
d_t
die Dimension des Sprachmodells

Bemerkenswert ist, wie wenig dafür nötig ist: In vielen Architekturen ist W_p eine einzige lineare Schicht oder ein zweischichtiges Netz mit einigen Millionen Parametern. Der überwiegende Teil der Fähigkeit steckt in den beiden vortrainierten Teilen, nicht in ihrer Verbindung.

Hohe Auflösung

Da der Aufwand quadratisch mit der Kantenlänge wächst, arbeiten Modelle mit Kachelung: Das Bild wird in überlappende Ausschnitte zerlegt, jeder für sich encodiert, und zusätzlich wird eine verkleinerte Gesamtansicht mitgegeben.

Token bei Kachelung

t_gesamt = k · t_kachel + t_übersicht

Zur Summe der Kacheltoken kommt eine Übersicht des gesamten Bildes.

k
Anzahl der Kacheln
t_kachel
Token je Kachel

Bei sechs Kacheln zu je 576 Token plus 576 für die Übersicht sind das 4.032 Token für ein einziges Bild.

Wann welcher Weg

AufgabeEmpfehlung
Beträge und Kennungen exakt auslesenOCR mit Prüfsummen
Layout verstehen, Felder zuordnenMultimodales Modell
Freitext auf einem Foto lesenOCR, dann Sprachmodell
Diagramm interpretierenMultimodales Modell
Bild gegen Beschreibung prüfenGemeinsames Bild-Text-Embedding
Sehr viele Seiten verarbeitenOCR, wegen der Kosten

Der Prüfpfad

Ein multimodales Modell liefert keine Koordinaten. Wo nachvollziehbar sein muss, welche Stelle eines Dokuments zu einer Aussage geführt hat, ist das ein Ausschlusskriterium. Der übliche Ausweg ist eine Kombination: OCR liefert Text mit Koordinaten, das Modell arbeitet auf diesem Text, und jede extrahierte Angabe lässt sich auf eine Stelle im Bild zurückführen. Siehe Text aus Bildern lesen.

Passende Kurse und Quellen

StudieKostenlosEN

Learning Transferable Visual Models

Bilder und Texte in einem gemeinsamen Raum. Die Grundlage der Suche nach Bildern per Beschreibung und der Bildgenerierung.

Für das Verständnis von Bildsuche über Beschreibungen und von Bildgenerierung.

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