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Regularisierung

Alles, was ein Modell davon abhält, seine Trainingsdaten auswendig zu lernen: Weight Decay, Dropout, frühes Stoppen und mehr Daten.

·2 Min. Lesezeit·Von Fachredaktion Technik
DETAILGRAD
3 Abschnitte

Die Idee

Ein Schüler, der alle Prüfungsfragen der letzten Jahre auswendig lernt, besteht die Wiederholung glänzend und die neue Prüfung nicht. Regularisierung ist alles, was ihn zwingt, statt der Antworten das Prinzip zu lernen.

Die vier Hebel

HebelWas er tut
Mehr DatenAuswendiglernen wird schlicht zu aufwendig
Weight DecayGroße Gewichte werden bestraft, das Modell bleibt glatt
DropoutZufällig abgeschaltete Neuronen erzwingen Redundanz
Frühes StoppenTraining endet, bevor die Validierung schlechter wird

Wann was hilft

  1. 01

    Erst prüfen, ob überhaupt Überanpassung vorliegt

    Nur wenn der Validierungsverlust steigt, während der Trainingsverlust fällt. Sonst ist Regularisierung das falsche Mittel.

  2. 02

    Datenaugmentierung vor Algorithmus

    Bei Bildern Spiegeln, Zuschneiden, Farbjitter; bei Text Rückübersetzung und Paraphrasen. Das wirkt fast immer stärker als ein Hyperparameter.

  3. 03

    Weight Decay einstellen

    Über eine logarithmische Suche in drei Größenordnungen, gemessen an der Validierung.

  4. 04

    Frühes Stoppen mit Geduld

    Nicht beim ersten schlechteren Wert abbrechen, sondern nach einer festgelegten Anzahl von Epochen ohne Verbesserung.

# Fruehes Stoppen, wie es tatsaechlich aussieht
bester, geduld, wartet = float("inf"), 5, 0
for epoche in range(200):
    val = trainiere_eine_epoche()            # Platzhalter
    if val < bester - 1e-4:
        bester, wartet = val, 0
        speichere_bestes_modell()            # nicht das letzte, das beste
    else:
        wartet += 1
        if wartet >= geduld:
            break

Die Formeln

L2 und L1

J_L2 = L(θ) + λ · Σⱼ θⱼ² J_L1 = L(θ) + λ · Σⱼ |θⱼ|

L2 bestraft das Quadrat der Gewichte und macht sie klein; L1 bestraft den Betrag und macht viele exakt null.

J
die regularisierte Zielfunktion
λ
die Stärke der Bestrafung
θⱼ
ein einzelner Parameter

L1 erzeugt Sparsamkeit, weil der Gradient des Betrags konstant ±λ ist und kleine Gewichte deshalb bis auf null gedrückt werden. Bei L2 ist der Gradient 2λθ und wird mit dem Gewicht selbst klein, sodass nichts exakt null wird.

Weight Decay ist nicht L2

Bei Adam sind die beiden nicht äquivalent. L2 addiert den Strafterm in den Gradienten, wird also durch √v̂ mitskaliert und wirkt auf Parameter mit großem Gradienten schwächer. AdamW zieht den Decay stattdessen direkt vom Gewicht ab:

AdamW

θₜ = θₜ₋₁ − η · ( m̂ₜ / (√v̂ₜ + ε) + λ · θₜ₋₁ )

Der Decay wird unabhängig vom adaptiven Nenner direkt auf das Gewicht angewandt.

λ
der Weight-Decay-Faktor
η
die Lernrate

Dieser Unterschied ist der Grund, warum AdamW bei Transformern durchweg besser abschneidet als Adam mit L2 im Verlust.

Dropout, korrekt skaliert

Bei Trainingszeit wird jede Aktivierung mit Wahrscheinlichkeit p auf null gesetzt und der Rest mit 1/(1−p) hochskaliert. So bleibt der Erwartungswert gleich, und zur Inferenz muss nichts angepasst werden. Wer diese Skalierung vergisst, bekommt bei p = 0,5 ein Modell, dessen Ausgaben in der Anwendung systematisch doppelt so groß sind wie im Training.

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