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Inferenz schneller machen

Stapelverarbeitung, Caching, spekulative Dekodierung und Destillation: die Hebel, mit denen sich Antwortzeit und Kosten je Anfrage tatsächlich senken lassen.

·2 Min. Lesezeit·Von Fachredaktion Technik
DETAILGRAD
3 Abschnitte

Die Idee

Eine Grafikkarte, die eine einzelne Anfrage bearbeitet, ist zu über neunzig Prozent unbeschäftigt: Sie wartet darauf, dass Gewichte aus dem Speicher ankommen. Werden mehrere Anfragen gemeinsam bearbeitet, benutzt sie dieselben Gewichte für alle und wartet nur einmal.

Die Hebel, geordnet nach Wirkung

HebelTypischer GewinnQualitätsverlust
Kontinuierliches Batching5- bis 20-facher Durchsatzkeiner
Prompt-Caching30 bis 90 % weniger Prefillkeiner
Spekulative Dekodierung1,5- bis 3-fach je Anfragekeiner
Quantisierung auf int82-fachgering, messbar
Quantisierung auf int44-fachspürbar, muss geprüft werden
Destillation auf kleineres Modell5- bis 20-fachdeutlich, aufgabenabhängig

Kontinuierliches Batching

Klassisches Batching wartet, bis alle Anfragen im Stapel fertig sind. Da Antworten unterschiedlich lang sind, wartet der Stapel auf die längste. Kontinuierliches Batching nimmt eine neue Anfrage auf, sobald irgendeine fertig ist.

Klassisch:   [====A====][==B==]......[========C========]  fertig nach C
Kontinuierlich: A und B laufen, sobald A endet startet D, dann E ...

Der Gewinn hängt von der Streuung der Antwortlängen ab. Bei stark schwankenden Längen, dem Normalfall, liegt er beim Faktor fünf und mehr.

Prompt-Caching

Wenn viele Anfragen denselben Systemprompt oder dasselbe Dokument enthalten, muss dessen KV-Cache nur einmal berechnet werden.

  • Den unveränderlichen Teil ganz an den Anfang des Prompts stellen, sonst greift der Cache nicht.
  • Bei RAG die Reihenfolge der abgerufenen Ausschnitte stabil halten.
  • Die Trefferquote des Caches messen; unter 30 Prozent lohnt der Aufwand selten.

Spekulative Dekodierung

Erwarteter Gewinn

E[akzeptiert] = (1 − α^(γ+1)) / (1 − α) Gewinn ≈ E[akzeptiert] / (1 + γ · c)

Der Gewinn ist die erwartete Zahl akzeptierter Token je Runde, geteilt durch den zusätzlichen Aufwand für das kleine Modell.

γ
Anzahl der je Runde vorgeschlagenen Token
α
Annahmequote je Token
c
Kostenverhältnis kleines zu großem Modell, typisch 0,05

Durchgerechnet für γ = 4, α = 0,8, c = 0,05: E = (1 − 0,8⁵)/(1 − 0,8) = (1 − 0,328)/0,2 = 3,36 Token je Runde, geteilt durch 1 + 4 × 0,05 = 1,2, ergibt einen Gewinn von rund 2,8-fach.

Bei α = 0,5 sinkt das auf E = 1,94 / 1,2 = 1,6-fach. Die Annahmequote ist also der entscheidende Wert, und sie hängt davon ab, wie gut das kleine Modell zum großen passt. Ein aus demselben Modell destilliertes Entwurfsmodell erreicht deutlich höhere Quoten als ein beliebiges kleines Modell.

Wichtig: Das Verfahren ist verlustfrei. Die Ausgabeverteilung bleibt exakt die des großen Modells, weil abgelehnte Vorschläge korrekt neu gezogen werden.

Die Reihenfolge, in der man optimiert

  1. 01

    Messen, welche Phase klemmt

    Zeit bis zum ersten Token und Token je Sekunde getrennt erfassen. Ohne diese Trennung optimiert man ins Leere.

  2. 02

    Bedienung vor Modell

    Kontinuierliches Batching, Prompt-Caching, PagedAttention. Verlustfrei und ohne Bewertungsaufwand.

  3. 03

    Formate

    Erst den KV-Cache auf int8, dann die Gewichte. Nach jedem Schritt gegen einen festen Bewertungssatz messen.

  4. 04

    Modell

    Kleineres Modell, Destillation oder ein Weiterleitungsverfahren, das einfache Anfragen an ein kleines und schwere an ein großes Modell schickt.

Was ein Weiterleitungsverfahren bringt

Wenn 70 Prozent der Anfragen von einem Modell mit einem Zehntel der Kosten gleich gut beantwortet werden, sinken die Gesamtkosten auf 0,7 × 0,1 + 0,3 × 1,0 = 0,37, also um 63 Prozent. Die Schwierigkeit liegt in der Klassifikation: Sie muss selbst billig sein und darf schwere Fälle nicht falsch einordnen. In der Praxis bewährt sich eine konservative Regel, die im Zweifel an das große Modell weiterleitet.

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