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Speicher und Bandbreite

Die Rechnung, die vor jedem Hardwarekauf steht: wie viel Speicher ein Modell braucht, was der KV-Cache kostet und wo die tatsächliche Grenze liegt.

·2 Min. Lesezeit·Von Fachredaktion Technik
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3 Abschnitte

Die Idee

Ein Modell muss vollständig in den Speicher der Grafikkarte passen. Passt es nicht, wird ausgelagert, und der Zugriff über den Systembus ist rund fünfzigmal langsamer. Die praktische Folge ist nicht „etwas langsamer", sondern „unbenutzbar".

Die Faustformel

FormatBytes je Parameter7 Mrd.13 Mrd.70 Mrd.
float32428 GB52 GB280 GB
float16214 GB26 GB140 GB
int817 GB13 GB70 GB
int40,53,5 GB6,5 GB35 GB

Auf diese Werte kommen 10 bis 20 Prozent Zuschlag für die Laufzeitumgebung und der Kontextspeicher.

Der KV-Cache

Er ist der Posten, der in Planungen regelmäßig fehlt.

Größe des KV-Cache

KV = 2 · L · s · h_kv · b · n

Für jede Schicht werden Schlüssel und Wert je Token gespeichert, mal der Anzahl gleichzeitiger Anfragen.

L
Anzahl der Schichten
s
Sequenzlänge in Token
h_kv
Breite der Schlüssel- und Wertvektoren je Schicht
b
Bytes je Wert, 2 bei float16
n
Anzahl gleichzeitiger Anfragen

Durchgerechnet für ein Modell mit 32 Schichten, h_kv = 4096, float16:

Kontext1 Anfrage8 Anfragen32 Anfragen
4.096 Token2,1 GB17,2 GB68,7 GB
32.768 Token17,2 GB137 GB550 GB

Bei 32.000 Token Kontext ist der Cache bereits größer als das 7-Milliarden-Modell selbst. Genau deshalb setzen moderne Architekturen auf gruppierte Abfragen: Wenn sich acht Abfrageköpfe einen Schlüssel-Wert-Kopf teilen, sinkt h_kv um den Faktor acht und der Cache entsprechend.

  • Speicher für das Modell, den Cache und einen Sicherheitspuffer getrennt rechnen.
  • Die maximale Kontextlänge im Betrieb begrenzen, sonst bestimmt ein einzelner Nutzer die Kapazität.
  • Bei knappem Speicher zuerst den Cache quantisieren, das kostet weniger Qualität als Gewichte in int4.

Das Roofline-Modell

Erreichbare Leistung

P = min( P_max , B · I )

Die erreichbare Leistung ist das Minimum aus der Spitzenleistung und dem, was die Bandbreite bei dieser Intensität hergibt.

P
tatsächlich erreichbare Rechenleistung
P_max
Spitzenleistung der Karte
B
Speicherbandbreite
I
arithmetische Intensität in FLOPs je Byte

Für eine Karte mit P_max = 1.000 TFLOP/s und B = 3.000 GB/s liegt der Knickpunkt bei I = 333 FLOPs je Byte. Typische Werte:

OperationArithmetische IntensitätBegrenzt durch
Token einzeln erzeugen~2Bandbreite
Erzeugung mit Batch 64~128Bandbreite
Erzeugung mit Batch 512~1.000Rechenleistung
Prompt verarbeiten (prefill)~500Rechenleistung
Training~2.000Rechenleistung

Die Tabelle erklärt eine oft überraschende Beobachtung: Das Verarbeiten eines langen Prompts läuft mit voller Rechenleistung, während die anschließende Erzeugung Token für Token die Karte kaum auslastet. Beide Phasen haben unterschiedliche Engpässe und werden in modernen Systemen deshalb getrennt eingeplant.

Vollständige Rechnung für eine Auslegung

Vorgabe: Modell mit 13 Milliarden Parametern, 8.000 Token Kontext, 16 gleichzeitige Anfragen, float16 für Gewichte und Cache.

PostenRechnungSpeicher
Gewichte13e9 × 2 B26,0 GB
KV-Cache2 × 40 × 8.000 × 5.120 × 2 B × 16104,9 GB
Aktivierungen und Puffer~10 %13,1 GB
Summe144,0 GB

Das passt nicht auf eine Karte mit 80 GB. Drei Auswege, nach Wirkung geordnet:

  • Gruppierte Abfragen im Modell, Faktor 8 auf den Cache: von 104,9 auf 13,1 GB.
  • Cache in int8, Faktor 2: nochmals halbiert.
  • Kontext auf 4.000 Token begrenzen, Faktor 2 auf den Cache.
  • Gewichte in int8, Faktor 2: von 26,0 auf 13,0 GB.

Mit den ersten beiden Maßnahmen liegt die Summe bei rund 46 GB und passt komfortabel. Diese Reihenfolge ist typisch: der Cache ist fast immer der größere Hebel als die Gewichte.

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