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Wie ein Sprachmodell trainiert wird

Von rohen Textmengen zum nutzbaren Modell: Vortraining, überwachte Feinabstimmung und Ausrichtung, mit den Größenordnungen jeder Stufe.

·2 Min. Lesezeit·Von Fachredaktion Technik
DETAILGRAD
3 Abschnitte

Die drei Stufen

StufeWas passiertDatenmengeAnteil an den Kosten
VortrainingNächstes Token vorhersagenBillionen Token~99 %
FeinabstimmungAnweisungen befolgen lernen10.000 bis 1 Mio. Beispiele~1 %
AusrichtungBevorzugtes Verhalten lernen10.000 bis 500.000 Vergleicheunter 1 %

Was im Vortraining tatsächlich gelernt wird

Die Aufgabe lautet immer gleich: Hier ist ein Textausschnitt, sag das nächste Stück voraus. Um das gut zu können, muss ein Modell Grammatik erfassen, Fakten behalten, Bezüge auflösen und Muster im Argumentieren erkennen. Nichts davon wird eigens beigebracht.

Der Verlust im Vortraining

Autoregressive Kreuzentropie

L(θ) = −(1/N) · Σᵢ log P( xᵢ | x₁…xᵢ₋₁ ; θ )

Der Verlust ist die mittlere negative Log-Wahrscheinlichkeit, die das Modell dem jeweils tatsächlich folgenden Token gegeben hat.

xᵢ
das i-te Token
θ
die Modellparameter
N
Anzahl der Token im Batch

Bemerkenswert daran ist, dass jedes Token gleichzeitig Eingabe und Ziel ist. Ein Text mit einer Million Token liefert eine Million Trainingsbeispiele, ohne dass jemand etwas annotiert hat. Das ist der Grund, warum diese Aufgabe in dieser Größenordnung überhaupt möglich ist.

Was in den Daten steckt

  • Entdoppelung ist der wirksamste einzelne Qualitätsschritt. Mehrfach vorkommende Texte werden auswendig gelernt.
  • Filterung nach Qualität schlägt schiere Menge, gemessen an nachgelagerten Aufgaben.
  • Die Reihenfolge zählt: hochwertige Daten am Ende des Trainings wirken stärker nach.
  • Der Anteil einer Sprache im Training bestimmt die spätere Güte in dieser Sprache fast unmittelbar.

Skalierungsgesetze

Rechenoptimale Aufteilung

C ≈ 6·N·D optimal: D ≈ 20 · N

Bei festem Budget sollen Parameter und Trainingstoken ungefähr im gleichen Verhältnis wachsen, was auf etwa zwanzig Token je Parameter hinausläuft.

C
verfügbares Rechenbudget in FLOPs
N
Parameterzahl
D
Anzahl der Trainingstoken

Ein Modell mit 7 Milliarden Parametern wäre danach mit 140 Milliarden Token rechenoptimal. Tatsächlich werden solche Modelle mit 2 bis 15 Billionen Token trainiert, also weit jenseits des Optimums.

Der Grund ist eine andere Zielfunktion: Rechenoptimal minimiert die Kosten bis zum fertigen Modell. Wer das Modell danach millionenfach betreiben will, will ein möglichst kleines Modell bei gegebener Güte, und akzeptiert dafür ein Vielfaches an Trainingsaufwand. Die Betriebskosten dominieren die Gesamtrechnung.

Die Feinabstimmung

Verlust nur auf der Antwort

L = −(1/|y|) · Σ_{i∈y} log P( yᵢ | p, y₁…yᵢ₋₁ )

Der Verlust wird nur über die Antworttoken gebildet; der Prompt wird gesehen, aber nicht vorhergesagt.

p
die Token des Prompts
y
die Token der Antwort

Wer diese Maskierung vergisst, trainiert das Modell darauf, auch Prompts zu erzeugen. Das Ergebnis sind Antworten, die die Frage wiederholen: ein häufiger und leicht übersehener Fehler.

Größenordnungen für ein eigenes Vorhaben

VorhabenAufwandRealistisch für
Eigenes Vortraining, 7 Mrd.10⁵ bis 10⁶ GPU-StundenSehr wenige Organisationen
Vollständige Feinabstimmung, 7 Mrd.100 bis 1.000 GPU-StundenGrößere Fachabteilung
LoRA-Feinabstimmung, 7 Mrd.5 bis 50 GPU-StundenJedes Team
Prompt und RAG0 GPU-StundenDer Normalfall

Die letzte Zeile ist die richtige Antwort für die überwiegende Mehrheit betrieblicher Aufgaben. Siehe Feinabstimmung, technisch.

Passende Kurse und Quellen

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Common Crawl

Der offene Abzug des Webs, aus dem ein großer Teil der Trainingsdaten von Sprachmodellen stammt. Zeigt konkret, was in einem Vortraining tatsächlich steckt.

Für alle, die wissen wollen, woher ein Modell sein Wissen hat, und für die Frage nach dem Nutzungsvorbehalt.

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Wie aus einem Textfortsetzer ein Assistent wird. Die Arbeit hinter der Ausrichtung durch menschliche Rückmeldung.

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