KI in der Familie
Hausaufgaben, Medienkompetenz und Altersgrenzen: wie Familien mit KI umgehen können, ohne sie zu verbieten oder unbesehen zuzulassen.
Die zwei Arten der Nutzung
| Nutzung | Wirkung |
|---|---|
| „Schreib mir den Aufsatz" | Die Aufgabe ist weg, das Lernen auch |
| „Erkläre mir, warum das so ist" | Ein geduldiger Erklärer, jederzeit verfügbar |
| „Stell mir Fragen zu dem Thema" | Abfragen ohne Streit am Küchentisch |
| „Prüfe meinen Text und sag, was unklar ist" | Rückmeldung, die sonst fehlt |
| „Ist das richtig, was ich hier geschrieben habe?" | Vorsicht: die Antwort ist oft zustimmend |
Die letzte Zeile ist die tückische. Modelle stimmen zu gerne zu. Auf die Frage „Ist das richtig?" kommt häufiger ein Ja als verdient.
Was Kinder wissen sollten
- Es weiß nichts, es setzt Text fort. Deshalb klingt auch Falsches richtig.
- Es erfindet Quellen, Zahlen und Zitate, und zwar überzeugend.
- Es kennt dich nicht und meint es nicht gut oder schlecht mit dir.
- Was du eingibst, kann beim Anbieter gespeichert werden.
- Keine Namen, Adressen, Fotos von anderen und keine Geheimnisse anderer eingeben.
Eine Regel, die im Alltag hält
- 01
Erlaubt ist erklären und abfragen
Der Weg zur Lösung, nicht die Lösung.
- 02
Nicht erlaubt ist abgeben lassen
Was als eigene Leistung gilt, bleibt eigene Leistung.
- 03
Gesagt wird es trotzdem
Wer es benutzt hat, sagt wofür. Offenheit statt Kontrolle.
- 04
Geprüft wird immer
Jede Zahl, jedes Datum und jede Quelle wird nachgesehen.
Altersgrenzen und Konten
| Anbieter typischerweise | Regel |
|---|---|
| Nutzung ab 13 Jahren | Mit Zustimmung der Sorgeberechtigten |
| Eigenes Konto ab 18 | Darunter über ein Familienkonto |
| Kinderschutzeinstellungen | Vorhanden, aber unterschiedlich wirksam |
Datenschutzrechtlich liegt die Grenze für eine wirksame Einwilligung je nach Mitgliedstaat zwischen 13 und 16 Jahren. In Deutschland und Österreich ist bis zum jeweiligen Alter die Zustimmung der Sorgeberechtigten erforderlich.
Was in der Schule gilt
Die Regel der Schule geht der Regel zu Hause vor. Wo eine Schule Offenlegung verlangt, wird offengelegt. Wo sie es verbietet, wird es nicht benutzt. Siehe Bildung.
Warum Erkennungswerkzeuge nicht taugen
Werkzeuge, die erkennen wollen, ob ein Text von einem Modell stammt, arbeiten mit statistischen Auffälligkeiten wie geringer Varianz in der Wortwahl. Diese Auffälligkeiten treten aber auch bei Menschen auf, die in einer Fremdsprache schreiben oder einfach gleichmäßig formulieren.
- Die Fehlerrate bei Nichtmuttersprachlern ist dokumentiert hoch.
- Ein falscher Vorwurf richtet Schaden an, der sich nicht zurücknehmen lässt.
- Ein Ergebnis ist ein Verdacht, kein Beweis, und trägt keine Sanktion.
- Aufgabenformate, die den Prozess sichtbar machen, wirken besser als jede Erkennung.
Datenschutz bei Minderjährigen
- Daten von Kindern genießen besonderen Schutz, und Informationen müssen in einer Sprache erfolgen, die ein Kind versteht.
- Profilbildung zu Werbezwecken gegenüber Kindern ist besonders kritisch zu bewerten.
- Chatverläufe können Gesundheits-, Familien- und Schuldaten enthalten. Das sind sensible Bestände, auch wenn sie beiläufig entstehen.
- Ein Widerruf der Einwilligung muss zur Löschung führen. Ob ein Anbieter das umsetzt, steht in seiner Datenschutzerklärung, nicht in der Werbung.
Begleitung statt Verbot
Ein Verbot verlagert die Nutzung dorthin, wo niemand mehr hinsieht. Wirksamer ist eine gemeinsame Nutzung mit klarer Regel und regelmäßigem Gespräch darüber, was schiefgegangen ist. Die interessanteste Frage am Küchentisch ist nicht „Hast du es benutzt?", sondern „Wobei hat es dir Unsinn erzählt?".
Die Familienregel
KOSTENLOSES KONTO
Familienregel zum Ausfüllen
Eine Seite, die am Kühlschrank hängt, mit der Regel, dem Gesprächsanlass und dem, was Kinder wissen sollten.
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