Landwirtschaft
Bestandsführung, Pflanzenschutz und Ernteplanung: wo Bildauswertung und Prognose im Feld tragen und was an Förderrecht und Datenhoheit hängt.
Worum es geht
| Vorgang | Einordnung |
|---|---|
| Unkraut erkennen und gezielt behandeln | unbedenklich |
| Krankheiten und Schädlinge an Blättern erkennen | unbedenklich |
| Bestandsdichte und Wuchshöhe schätzen | unbedenklich |
| Ertrag prognostizieren | unbedenklich |
| Tiergesundheit aus Verhalten und Bild beobachten | unbedenklich |
| Anträge und Dokumentation vorbereiten | begrenzt |
| Flächen- und Förderangaben automatisch erzeugen | begrenzt, Haftung bleibt |
Warum ein fremdes Modell auf dem eigenen Hof versagt
Ein Modell zur Unkrauterkennung, das auf Flächen einer anderen Region trainiert wurde, trifft auf anderen Boden, andere Sorten, anderes Licht und eine andere Kamerahöhe. Die Güte bricht ein, ohne dass am Modell etwas falsch wäre. Das ist eine Verteilungsverschiebung, siehe Überanpassung, Bias und Varianz.
- 01
Eigene Bilder sammeln
Über eine Saison, zu verschiedenen Tageszeiten, bei verschiedenem Wetter. Zweihundert gute eigene Bilder schlagen zehntausend fremde.
- 02
Sauber etikettieren
Wenige Klassen, klare Abgrenzung. Zwei Personen etikettieren dieselben fünfzig Bilder und vergleichen, siehe Annotation.
- 03
Vorhandenes Modell anpassen
Feinabstimmung auf die eigenen Bilder statt Training von null.
- 04
Auf der Fläche messen
Nicht am Testdatensatz. Die Zahl, die zählt, ist eingespartes Mittel bei gleichem Ergebnis.
Datenhoheit
| Frage | Wo sie entschieden wird |
|---|---|
| Wem gehören die erzeugten Maschinendaten? | Kaufvertrag oder Nutzungsbedingungen |
| Wer darf sie auswerten und weitergeben? | Ebenda, meist zugunsten des Herstellers |
| Kommt der Betrieb an die Rohdaten? | Schnittstellen, oft kostenpflichtig |
| Was passiert bei Herstellerwechsel? | Exportformat, selten geregelt |
Der Verhaltenskodex zur Datenweitergabe in der Landwirtschaft ist freiwillig. Eine vertragliche Regelung im Kaufvertrag ist wirksamer als ein Verweis darauf.
Förderrecht und Dokumentation
- Angaben in Förderanträgen verantwortet der Betrieb. Eine automatisch erzeugte Flächenangabe entlastet nicht.
- Fernerkundung wird auch aufseiten der Behörden eingesetzt. Abweichungen zwischen eigener und amtlicher Auswertung sollten vor der Antragstellung geklärt sein.
- Aufzeichnungen zum Pflanzenschutz sind vorgeschrieben und prüfbar. Eine automatische Erfassung muss die geforderten Felder vollständig abdecken.
- Bei Tierhaltung gelten eigene Dokumentationspflichten, die eine Verhaltensauswertung nicht ersetzt.
Betrieb im Feld
- Rechnen auf dem Gerät statt in der Cloud, weil Netzabdeckung auf der Fläche nicht vorausgesetzt werden kann, siehe KI am Rand.
- Latenz je Bild an der Arbeitsgeschwindigkeit ausrichten. Eine Erkennung, die zu spät kommt, ist wertlos.
- Modellstand je Saison einfrieren und dokumentieren, damit Auswertungen über Jahre vergleichbar bleiben.
- Rückfall auf flächige Behandlung vorsehen, wenn die Erkennung ausfällt.
Einstiegsbogen: Landwirtschaft
KOSTENLOSES KONTO
Einstiegsbogen: Landwirtschaft
Die Vorgänge dieser Branche nach Risikoklasse, die Punkte, die vorher geklärt sein müssen, und die Messgrößen, an denen sich der Nutzen zeigt.
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