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Landwirtschaft

Bestandsführung, Pflanzenschutz und Ernteplanung: wo Bildauswertung und Prognose im Feld tragen und was an Förderrecht und Datenhoheit hängt.

·2 Min. Lesezeit·Von Redaktion KI-Kompass
DETAILGRAD
4 Abschnitte

Worum es geht

VorgangEinordnung
Unkraut erkennen und gezielt behandelnunbedenklich
Krankheiten und Schädlinge an Blättern erkennenunbedenklich
Bestandsdichte und Wuchshöhe schätzenunbedenklich
Ertrag prognostizierenunbedenklich
Tiergesundheit aus Verhalten und Bild beobachtenunbedenklich
Anträge und Dokumentation vorbereitenbegrenzt
Flächen- und Förderangaben automatisch erzeugenbegrenzt, Haftung bleibt

Warum ein fremdes Modell auf dem eigenen Hof versagt

Ein Modell zur Unkrauterkennung, das auf Flächen einer anderen Region trainiert wurde, trifft auf anderen Boden, andere Sorten, anderes Licht und eine andere Kamerahöhe. Die Güte bricht ein, ohne dass am Modell etwas falsch wäre. Das ist eine Verteilungsverschiebung, siehe Überanpassung, Bias und Varianz.

  1. 01

    Eigene Bilder sammeln

    Über eine Saison, zu verschiedenen Tageszeiten, bei verschiedenem Wetter. Zweihundert gute eigene Bilder schlagen zehntausend fremde.

  2. 02

    Sauber etikettieren

    Wenige Klassen, klare Abgrenzung. Zwei Personen etikettieren dieselben fünfzig Bilder und vergleichen, siehe Annotation.

  3. 03

    Vorhandenes Modell anpassen

    Feinabstimmung auf die eigenen Bilder statt Training von null.

  4. 04

    Auf der Fläche messen

    Nicht am Testdatensatz. Die Zahl, die zählt, ist eingespartes Mittel bei gleichem Ergebnis.

Datenhoheit

FrageWo sie entschieden wird
Wem gehören die erzeugten Maschinendaten?Kaufvertrag oder Nutzungsbedingungen
Wer darf sie auswerten und weitergeben?Ebenda, meist zugunsten des Herstellers
Kommt der Betrieb an die Rohdaten?Schnittstellen, oft kostenpflichtig
Was passiert bei Herstellerwechsel?Exportformat, selten geregelt

Der Verhaltenskodex zur Datenweitergabe in der Landwirtschaft ist freiwillig. Eine vertragliche Regelung im Kaufvertrag ist wirksamer als ein Verweis darauf.

Förderrecht und Dokumentation

  • Angaben in Förderanträgen verantwortet der Betrieb. Eine automatisch erzeugte Flächenangabe entlastet nicht.
  • Fernerkundung wird auch aufseiten der Behörden eingesetzt. Abweichungen zwischen eigener und amtlicher Auswertung sollten vor der Antragstellung geklärt sein.
  • Aufzeichnungen zum Pflanzenschutz sind vorgeschrieben und prüfbar. Eine automatische Erfassung muss die geforderten Felder vollständig abdecken.
  • Bei Tierhaltung gelten eigene Dokumentationspflichten, die eine Verhaltensauswertung nicht ersetzt.

Betrieb im Feld

  • Rechnen auf dem Gerät statt in der Cloud, weil Netzabdeckung auf der Fläche nicht vorausgesetzt werden kann, siehe KI am Rand.
  • Latenz je Bild an der Arbeitsgeschwindigkeit ausrichten. Eine Erkennung, die zu spät kommt, ist wertlos.
  • Modellstand je Saison einfrieren und dokumentieren, damit Auswertungen über Jahre vergleichbar bleiben.
  • Rückfall auf flächige Behandlung vorsehen, wenn die Erkennung ausfällt.

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