KI‑Kompass
Kompass

Forschung und Entwicklung

Literatur sichten, Versuche auswerten, Patente recherchieren: wo KI in F&E trägt und warum jede Quellenangabe geprüft werden muss.

·2 Min. Lesezeit·Von Redaktion KI-Kompass
DETAILGRAD
4 Abschnitte

Worum es geht

VorgangNutzenBedingung
Fachliteratur sichten und zusammenfassenhochnur mit echter Datenbank
Versuchsprotokolle strukturierenhochkeine
Messdaten auf Auffälligkeiten prüfenhocheigene Datenbasis
Patentschriften vergleichenmittelDatenbank und Fachprüfung
Hypothesen vorschlagenmittelals Anregung, nicht als Befund
Ergebnisse interpretierengeringbleibt bei der Fachperson

Einführung

  1. 01

    Recherche nur mit Erdung

    Ein Werkzeug, das gegen eine echte Datenbank sucht und Treffer zitiert, ist brauchbar. Ein Modell, das aus dem Gedächtnis antwortet, nicht.

  2. 02

    Bei den eigenen Unterlagen beginnen

    Versuchsprotokolle, Berichte und Messreihen liegen im Haus, sind strukturierbar und werfen keine Rechtsfragen auf.

  3. 03

    Statistik nicht ersetzen

    Ein gefundenes Muster ist eine Hypothese. Sie wird an neuen Daten geprüft, nicht am selben Datensatz bestätigt.

  4. 04

    Alles festhalten

    Modell, Version, Parameter, Datenstand. Ohne das ist die Auswertung nicht reproduzierbar und damit nicht veröffentlichungsfähig.

  • Jede Fundstelle gegen die Primärquelle prüfen, auch die plausiblen.
  • Mehrfachtestung beachten: Wer zwanzig Hypothesen prüft, findet zufällig eine signifikante.
  • Ein zurückgehaltener Datensatz für die Bestätigung, der genau einmal berührt wird.
  • Bei Veröffentlichung offenlegen, wo KI eingesetzt wurde. Die meisten Verlage verlangen das inzwischen.

Text- und Data-Mining, rechtlich

Art. 3 und 4 der DSM-Richtlinie unterscheiden zwei Fälle, national umgesetzt in § 60d und § 44b UrhG in Deutschland sowie § 42h UrhG in Österreich:

FallVoraussetzungVorbehalt möglich
Wissenschaftliche ForschungForschungsorganisation, rechtmäßiger Zugangnein
Sonstige Zweckerechtmäßiger Zugangja, maschinenlesbar

Der erste Fall ist weit gefasst, verlangt aber Nichtkommerzialität in der Zielsetzung und die sichere Aufbewahrung der Vervielfältigungen. Der zweite ist der Regelfall für Unternehmen und steht unter dem Vorbehalt des Rechteinhabers.

Reproduzierbarkeit

  • Modellname und exakte Version, nicht nur die Familie. Anbieter aktualisieren hinter derselben Bezeichnung.
  • Alle Parameter: Temperatur, Systemprompt, Kontextlänge, Startwert wenn vorhanden.
  • Datenstand mit Prüfsumme.
  • Die Anzahl der geprüften Varianten, bevor das berichtete Ergebnis entstand.
  • Rohausgaben aufbewahren, nicht nur die aufbereitete Fassung.

Der vierte Punkt ist der, der in Veröffentlichungen am häufigsten fehlt und der über die Belastbarkeit entscheidet. Siehe Statistik für KI und Benchmarks lesen.

Auswertung von Messreihen

Ein Modell, das in Messdaten Muster findet, findet auch in Rauschen Muster. Drei Absicherungen sind Mindeststandard:

  • Die Hypothese vor dem Blick in die Daten formulieren, oder ausdrücklich als explorativ kennzeichnen.
  • Korrektur für Mehrfachtestung, etwa nach Benjamini-Hochberg.
  • Bestätigung an einem unabhängigen Datensatz, nicht an einer anderen Auswertung desselben.

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Auswahlbogen und Vorlagen: Forschung und Entwicklung

Ein Bogen, der aus den Vorgängen in Forschung und Entwicklung den ersten auswählt, mit zwei geprüften Vorlagen und den Prüfschritten dazu.

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