Industrie und Fertigung
Sichtprüfung, Instandhaltung, Prozessdaten: wo KI in der Industrie trägt und wann sie zum Sicherheitsbauteil wird.
Wo es trägt
| Vorgang | Nutzen | Bedingung |
|---|---|---|
| Sichtprüfung mit Vorsortierung | sehr hoch | feste Aufnahmesituation |
| Vollständigkeit von Baugruppen | hoch | feste Kameraposition |
| Wartungsberichte auswerten | hoch | Freitext liegt vor |
| Störungsursachen eingrenzen | hoch | Anlagendaten liegen vor |
| Wartungsbedarf vorhersagen | mittel | mindestens 30 dokumentierte Ausfälle |
| Prozessparameter auswerten | mittel | saubere Zeitreihen |
Einführung
- 01
Aufnahmesituation mechanisch festlegen
Kamera, Abstand, Winkel, Beleuchtung, Hintergrund. Erst danach beginnt die Datensammlung.
- 02
Fehlerbilder sammeln
Gute Teile gibt es reichlich, schlechte selten. Ein Vorrat von einigen hundert je Fehlerart ist das Ziel.
- 03
Vorsortieren statt entscheiden
Gut, schlecht, prüfen. Der Nutzen entsteht dadurch, dass die dritte Gruppe klein wird.
- 04
Korrekturen einsammeln
Jede menschliche Nachprüfung ist ein Label. Systematisch gesammelt entsteht daraus in einem Jahr ein Datensatz, den niemand kaufen kann.
- Kosten je Fehlerart vorher beziffern: durchgelassener Fehler gegen Fehlalarm.
- Schwellwert dokumentieren und nicht im Betrieb stillschweigend ändern.
- Kalibrierstand von Kamera und Beleuchtung führen; eine Verschiebung ändert die Güte.
Wann Anhang I greift
Ein KI-System, das als Sicherheitsbauteil eines Produkts eingesetzt wird, das seinerseits einer Konformitätsbewertung unterliegt, gilt als Hochrisikosystem. Praktisch heißt das:
| Anwendung | Einordnung |
|---|---|
| Optische Prüfung auf Kratzer | regelmäßig nicht Anhang I |
| Freigabe eines sicherheitsrelevanten Bauteils | Anhang I |
| Abstandsüberwachung an einer Maschine | Sicherheitsfunktion, Maschinenverordnung |
| Vorausschauende Wartung ohne Eingriff | nicht Anhang I |
| Automatischer Eingriff in die Steuerung | Sicherheitsfunktion |
Die Maschinenverordnung stellt zusätzliche Anforderungen an Sicherheitsfunktionen mit selbstlernendem Verhalten. In der Praxis wird deshalb mit eingefrorenen Modellständen gearbeitet, deren Änderung ein dokumentierter Vorgang ist.
Beschäftigtenschutz
- Kamerasysteme in der Fertigung erfassen Beschäftigte, auch wenn sie Bauteile prüfen sollen. Der Bildausschnitt gehört technisch begrenzt.
- Eine Auswertung je Arbeitsplatz oder Schicht ist zur Leistungskontrolle geeignet und mitbestimmungspflichtig.
- Emotionserkennung am Arbeitsplatz ist nach Art. 5 AI Act verboten, unabhängig von einer Einwilligung.
Einstiegsbogen: Industrie und Fertigung
KOSTENLOSES KONTO
Einstiegsbogen: Industrie und Fertigung
Die Vorgänge dieser Branche nach Risikoklasse, die Punkte, die vorher geklärt sein müssen, und die Messgrößen, an denen sich der Nutzen zeigt.
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