Schreiben und Formulieren
Entwürfe, Umformulierungen, Übersetzungen: die Aufgaben, bei denen KI im Alltag unmittelbar entlastet, und die Stellen, an denen man nachsehen muss.
Was gut funktioniert
| Aufgabe | Nutzen |
|---|---|
| Erster Entwurf aus Stichpunkten | sehr hoch |
| Ton ändern, etwa förmlicher oder freundlicher | sehr hoch |
| Kürzen auf eine vorgegebene Länge | hoch |
| Übersetzen | hoch, mit sprachkundiger Prüfung |
| In einfache Sprache übertragen | hoch |
| Rechtschreibung und Grammatik | hoch |
| Etwas erfinden, das stimmen muss | ungeeignet |
Der Ablauf, der sich bewährt
- 01
Stichpunkte statt Auftrag
Fünf Stichpunkte mit den Fakten liefern ein besseres Ergebnis als die Aufforderung, etwas zu schreiben.
- 02
Ton und Länge vorgeben
„Höchstens 150 Wörter, sachlich, ohne Aufzählung“ ist eine Vorgabe. „Professionell“ ist keine.
- 03
Zwei Fassungen erzeugen
Und die bessere Hälfte aus jeder nehmen. Das geht schneller als eine Fassung zu verbessern.
- 04
Selbst überarbeiten
Erst hier entsteht ein eigener Text. Der Entwurf ist Material.
Woran man erzeugte Texte erkennt
- Formelhafte Einleitungen und Abschlüsse, die nichts sagen.
- Aufzählungen, wo ein Satz gereicht hätte.
- Gleichmäßig lange Absätze ohne Rhythmus.
- Verstärkende Adjektive ohne Beleg: umfassend, ganzheitlich, maßgeschneidert.
- Beidseitige Formulierungen, die keine Position beziehen.
Wer diese fünf beim Überarbeiten streicht, bekommt in der Regel einen deutlich besseren und weniger erkennbaren Text.
Eigene Sprache hinterlegen
Ein Stilleitfaden mit zehn Regeln und drei Beispieltexten im Prompt wirkt stärker als jede Beschreibung des gewünschten Tons. Aufnehmen sollte man: Ansprache, bevorzugte und verbotene Begriffe, übliche Satzlänge, Umgang mit Anglizismen und Beispiele für gelungene und misslungene Formulierungen.
Rechtliche Punkte
- Vertraulichkeit. Ein Entwurf rechtfertigt keine Weitergabe. Vertrauliche Inhalte nur in geprüfte Werkzeuge, siehe Auftragsverarbeitung.
- Urheberrecht am Ergebnis. Ein rein maschinell erzeugter Text genießt in der EU regelmäßig keinen eigenen Schutz. Wer Exklusivität braucht, braucht andere Mittel.
- Fremde Vorlagen. Einen fremden Text als Muster einzugeben ist eine Vervielfältigung. Bei geschützten Werken gehört die Zulässigkeit geklärt.
- Kennzeichnung. Für Deepfakes und veröffentlichte künstlich erzeugte Inhalte bestehen Offenlegungspflichten nach Art. 50 AI Act.
- Beschäftigtenkontext. Wer Entwürfe an Beschäftigte zurückspiegelt und dabei Bearbeitungszeiten erfasst, berührt Mitbestimmungsrechte.
Wo ein Entwurf nicht genügt
Bei allem, was eine Zusage enthält: Fristen, Preise, Rechtsfolgen, Garantien. Solche Texte gehen über eine benannte Person, und die Prüfung wird dokumentiert. Das ist keine Formalie, sondern der Unterschied zwischen einem Entwurf und einer Erklärung, an der sich ein Haus messen lassen muss.
Der Prüfbogen für Entwürfe
KOSTENLOSES KONTO
Prüfbogen für einen Entwurf
Neun Punkte, die vor dem Absenden geprüft werden, geordnet nach dem Schaden, den ein Fehler anrichtet.
Checkliste2 Elemente